Der Fuchs – eine Gefahr für den Menschen?


Tollwut:
Der Hauptüberträger der Tollwut (Lyssa-Virus) ist der Fuchs. In Deutschland sind jedoch in den letzten Jahren kaum mehr Fälle der Krankheit registriert worden, da in den 80er Jahren durch Fressköder gegen die Tollwut erfolgreich vorgegangen wurde. Die Gefahr einer Ansteckung ist daher eher unwahrscheinlich. Bei ungewöhnlicher Zutraulichkeit von Füchsen ist trotzdem immer eine gewisse Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall bietet nach einem Biss oder Kontakt mit einem auffälligen Tier eine Impfung hundertprozentigen Schutz.

Fuchsbandwurm:
Die Gefahr sich mit dem Fuchsbandwurm (Echninococcus multilocularis) zu infizieren ist ebenfalls sehr gering. Trotzdem sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

· tote Füchse sicherheitshalber nicht anfassen
· Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen, nach Gartenarbeiten und Spaziergängen im Wald die Hände gründlich waschen
· Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen

Fuchsräude:
Erreger der Räude sind Milben. Die Hauptüberträger dieser Krankheit sind Füchse. Allerdings können auch Hunde oder Menschen durch direkten oder indirekten Kontakt (z.B. Haare oder Hautkrusten) infiziert werden. Die Fuchsräude stellt keine ernst zu nehmende Gefahr für den Menschen dar, da es erfolgreiche Therapiemethoden gibt.

Sicherung der Grundstücke:
Grundsätzlich ist es schwierig, den Fuchs von Grundstücken fernzuhalten, da die Tiere Mauer und Zäune überklettern oder sich unterhalb der Zäune durchzwängen können. Die beste und effektivste Möglichkeit ist, alle frei verfügbaren Nahrungsquellen (wie z.B. offen liegendes Hunde- und Katzenfutter, Vogelfutter, Essensreste)  zu entfernen sowie Mülltonnen geschlossen und sauber zu halten. Auch Schuhe und leicht zu transportierende Gegenstände, die dem Fuchs als Spielzeug dienen könnten, sollten zumindest über Nacht weggeräumt werden.

Denkbare Unterschlupfmöglichkeiten können unter der Voraussetzung, dass sich kein Fuchs oder Jungtiere darin befinden, unzugänglich gemacht werden. Wird ein Tier beim Graben eines Baues beobachtet, kann es sofort durch Störung und Schließung der Öffnung vertrieben werden. Den hervorragenden Geruchssinn der Tiere kann man auch durch den Einsatz von sogenannten Vergrämungsmitteln – unangenehm riechende Substanz – ausnutzen. Auch Lärm, wie zum Beispiel ein Radio sowie laute Stimmen und Rufe können gewisse Erfolge erbringen. Sollte ein Fuchsfamilie bereits im Garten wohnen, müssen während der Jungenaufzucht vom März bis Juni Störungen unterlassen werden. Durch das Suchen nach eventuellen Mäusenestern oder anderen Kleintieren in der Erde, die über den Geruch und das Gehör vom Fuchs wahrgenommen werden, sind Gartenbeete manchmal in Gefahr. Neben einer dichten Vegetationsdecke schützen Netze, Drahtumrandungen oder dünne Äste den Boden vor dem Aufwühlen.
Fuchskot (ca. 3 bis 8 c, lang, mit weißer Spitze) im Garten sollte insbesondere im Spielbereich von Kindern entfernt werden. Der Kot gehört nicht auf den Kompost. Um alle eventuellen Infektionswege auszuschließen sollte er ähnlich dem Hundekot mit einer Plastiktüte aufgenommen und in der Mülltonne entsorgt werden.

Eine Vertreibung von Füchsen durch Fangaktionen ist Problematisch. Die Tiere erleiden dabei Angst und Stress. Weden sie anschließend in einer fremden Umgebung ausgesetzt, sind Revierkämpfe mit den dortigen Füchsen die Folge. Außerdem wird das freigewordene Gebiet wieder schnell durch neue Füchse besetzt.

Sicherung von Haustieren und Geflügel:
Füchse stellen für ausgewachsene Katzen keine Gefahr dar. Kleinere Haustiere wie Kaninchen, Meerschweine und Geflügel sind am bestem nachts in einem geschlossenen Stall oder tagsüber in einem sicheren Gehege im freien geschützt. Dieses Gehege kann aus Maschendraht bestehen, der 30 – 50 cm tief im Boden eingegraben und nach außen gebogen wird. Durch das biegen nach außen wird das Hochheben des Zaunes beim Graben erschwert, da das Tier mit seinem eigenem Gewicht auf dem Zaun steht. Die Maschengröße sollte kleiner als 3 cm sein, um ein Überklettern zu vermeiden. Wenn das Gehege abgedeckt ist, kann auch kein Fuchs hineinspringen. Sollte dies nicht möglich sein, muss die Zaunhöhe mindestens 2 m betragen.

Zu guter letzt…
… der Fuchs bereichert die Fauna in unseren Siedlungsgebieten. Wir haben die Möglichkeit, unseren Lebensraum mit Ihm zu teilen, um ihn zu beobachten und sein Verhalten zu verstehen. Durch umsichtiges Verhalten ist ein Neben- und Miteinander zwischen Tier und Mensch möglich.

 

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin