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10.01.19
Pressemitteilung
Tipps zum richtigen Füttern von Wildvögeln im Winter
Ein Kleiber im Futterhaus

Ein Kleiber im Futterhaus

Durch das Füttern im eigenen Garten lassen sich Wildvögel anlocken, um sie aus nächster Nähe beobachten und ihr Verhalten studieren zu können. Vielen Menschen bereitet die rege Betriebsamkeit der buntgefiederten Zeitgenossen besonders in der sonst so kargen und dunklen Winterzeit große Freude. Doch leisten sie durch das Zufüttern auch einen Beitrag zum Artenschutz? – Darüber herrscht geteilte Meinung.

Der renommierte Vogelexperte Prof Dr. Peter Berthold („Vögel füttern – aber richtig“) spricht sich gar für eine Ganzjahresfütterung aus. Die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft biete durch die Förderung von Monokulturen, den Einsatz von Herbiziden oder das Anlegen steriler Gärten immer weniger natürliches Futter wie Insekten, Wildkräuter und samenbildende Pflanzen.

Einige Naturschutzverbände wie NABU, BUND und LBV erachten die Winterfütterung jedoch nur in Zeiten und an Orten mit wirklichen Nahrungsengpässen als sinnvoll. Sie sehen in der Zufütterung von Vögeln nur eine Symptombehandlung, die eine nachhaltige Verbesserung der Nahrungsressourcen in der Kulturlandschaft nicht ersetzen kann. Zudem seien an Futterstellen nur wenige Arten zu finden und diese seien häufig ohnehin in ihrem Bestand nicht gefährdet.

Fest steht jedenfalls, dass falsches Füttern mehr Schaden anrichtet als überhaupt nicht zu füttern. Daher nachfolgend ein paar Tipps zum richtigen Füttern von Wildvögeln im Winter:

Hygiene

Herkömmliche Futterhäuschen sollten regelmäßig mit heißem Wasser ohne Reinigungsmittel gereinigt werden. Dies hilft die Verbreitung von Krankheiten über den Kot zu vermeiden. Auch sollte täglich nur wenig Futter nachgelegt werden, damit es nicht verdirbt.

Durch die Wahl geeigneter Futterspender (Futtersilos mit Dach) kann man verhindern, dass die Körner und Früchte mit Kot in Kontakt kommen oder von Niederschlag durchnässt werden und verderben.

Sicherheit

Der Standort der Futterstelle sollte so gewählt sein, dass er katzensicher und für die Vögel gut einsehbar ist. Auch sollte in der näheren Umgebung die Möglichkeit gegeben sein, sich vor Feinden in Bäumen oder Sträuchern zu verstecken.

Auf Meisenknödel im Plastiknetz sollte man gänzlich verzichten, da sich die Vögel in den Netzten verfangen und schwer verletzen können.

Futter

Verschiedene Vogelarten haben unterschiedliche Nahrungsansprüche. Während Körnerfresser wie Meisen, Finken, Sperlinge oder Kleiber sich mit Sonnenblumenkernen oder speziellen Freiland-Futtermischungen anlocken lassen, bevorzugen „Weichfutterfresser“ wie Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig Rosinen, Obst und Haferflocken.

Tabu ist dagegen Brot, das im Magen der Vögel aufquillt und so unter Umständen zum Tod der Wildvögel führt. Gleiches gilt auch für andere gesalzene oder gewürzte Nahrungsreste des Menschen.

Bei der Wahl des richtigen Futters ist man jedoch nicht nur auf das Angebot im Supermarkt beschränkt. Durch selbstgefertigtes oder -gesammeltes Futter lässt sich die Freude an der Beobachtung der Futterstelle noch steigern.

So stellt der NABU Anleitungen zum Basteln von Meisenknödeln und Futterglocken zur Verfügung.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/03125.html

Der BUND gibt indes Tipps zum Sammeln natürlichen Vogelfutters.

https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/natuerliches-vogelfutter-sammeln/

Tobias Finger,

Umweltbeauftragter